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Ich habe zu Schulzeiten schon immer sehr gern gemalt, ob mit Farbe oder einfach nur mit Kohle oder Bleistift. Ein gewisses Talent hat mir Mutter Natur
dabei mit in die Wiege gelegt, so dass ich mit relativ wenig Mühe sehr schöne Bilder fabrizierte. Allerdings hat mich bei den normalen Wasserfarben immer gestört, dass die Bilder so schnell trockneten, so dass
ich auf dem Blatt nicht gut mischen konnte. Und trug man die Farbe zu dick auf, dann konnte es passieren, dass sie gemeinerweise abbröckelte.
Seit ich nun in München wohne und ich hier die Auswahl zwischen mehreren super ausgestatteten Künstlerbedarfsläden habe, hat mich der Gedanke nicht mehr
losgelassen, doch mal mit einer anderen Maltechnik anzufangen. Also bin ich durch die Regale getigert und hab mich kundig gemacht, was denn da alles so fürs Künstlerherz angeboten wird. Hängen geblieben bin
ich dann bei der Ölmalerei und zwar mit wasservermalbaren Ölfarben. Ja, sowas gibt es, ich war auch ganz erstaunt. Diese Farben haben mich gleich begeistert, denn sie bieten all den Komfort von normalen Ölfarben
[z.B. was Vermalbarkeit und Lichtbeständigkeit angeht]. Aber ihr größter Vorteil ist, dass ich nicht mit Lösungsmitteln herumhantieren muss, sondern ich kann Pinsel und Palette unter fließendem Wasser mit etwas
Seife [natürlich meiner Naturseife] reinigen. So stinkt es überhaupt nicht in der Wohnung, was wirklich viel Wert ist, denn ein extra Atelier ist hier ja unerschwinglich. Also hab ich mir erstmal eine kleine
Grundausstattung zugelegt und hab mit 5-6 Farben und einer Leinwand einfach mal angefangen zu malen. Mein erstes Bild [die Tigeraugen] hat mich selbst total umgehauen. Es schaut mich mit so einer Intensität und
Leuchtkraft an, dass ich das Vorgängerbild, dass mit Wasserfarben gemalt war, gleich entsorgt habe. Aber schaut selbst. Auf den nächsten Seiten stelle ich einige meiner Werke vor. Ihr werdet sehen, dass ich zum
größten Teil Tiere male, da ich diese am Spannensten finde.
Da ich nun merkte wie ich mich ganz gewaltig auch mit dem Ölmalereivirus infizierte, hab ich natürlich gleich Nägeln mit Köpfen machen wollen und bin
wieder in den Künstlerbedarfsladen und wollte mir eine Staffelei kaufen. Da hat mein Künstlerherz aber gleich mit bluten angefangen als ich diese horrenden Preise gesehen habe. Uhh, eine gute stabile Staffelei war
ja nicht unter 150 Mark zu bekommen. Das tat mir in der Seele weh! Dann habe ich mir die Dinger mal genauer angesehen und fand die Konstruktion nun wirklich total simpel. Also warum nicht selber bauen? Beim nächsten
Ausflug in den Baumarkt mussten dann einige Latten aus Kiefernholz dran glauben, ein Winkel, ein paar Schrauben, ein Topf mit Klarlack und los gings. Mit vereinten Kräften haben wir gesägt, gebohrt, geklebt und
geschraubt und trara ... da stand sie nun, meine Staffelei. Wunderschön anzuschauen, voll funktionstüchtig und naja [wenn man ehrlich sein soll] hat sie mich im Endeffekt auch 80 Mark gekostet -lach-. Aber was
solls. Es hat sehr viel Spass gemacht und es ist doch was ganz anderes an der selbst zusammen gezimmerten Staffelei zu sitzen als an einer Gekauften.
So und nun wünsche ich Euch viel Spass beim Anschauen meiner Bilder.
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