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Ölmalerei
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[Verseifung]

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[Ölgewinnung/Raffination]

[Allergien]

[Ätherische Öle/Duftöle]

[Seifenzusammensetzung]

Verseifung

Der Begriff Verseifung bedeutet, dass Öle und Fette mit Natronlauge [NaOH gelöst in destilliertem Wasser oder anderen Flüssigkeiten] reagieren. Das heisst, die organischen Fettsäuren neutralisieren sich mit der Natronlauge vollständig und es entsteht Seife, wobei Glyzerin, das zu 8-10% im Fett gebunden war, übrig bleibt. Dieses ist ein wertvoller Rohstoff für die Industrie, so dass es der Seife durch Aussalzen entzogen wird. In Naturseifen, die in einem schonenden Kaltverfahren hergestellt werden, bleibt Glyzerin in der Seife zurück, und kann so seine pflegenden Eigenschaften entfalten. Das ist der Grund, warum diese Seifen viel sanfter und auch weicher sind, als industriell Hergestellte.

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Kaltverfahren:

Bei dem von mir verwendeten Kaltverfahren führe ich der Seife keinerlei Wärme zu [mal abgesehen von dem kurzen Erwärmen der Fette und Öle am Anfang des Prozesses]. Deshalb ist der Begriff Seifensiederin eigentlich falsch, denn die Seifenmasse wird nicht wie früher stundenlang gekocht, sondern entsteht bei viel niedrigen Temperaturen.
Wenn die Seifenmasse eine puddingähnliche Konsistenz annimmt, wird sie in Formen umgefüllt und schön warm in Decken eingepackt. Die nun entstehende Wärme ist ausschließlich auf die chemische Reaktion der Öle und Fette mit der Natronlauge zurückzuführen. Da bei diesem Prozess Temperaturen von 60-70 °C erreicht werden, bleiben im Gegensatz zu industriellen Seifen, die mehrere Stunden gekocht werden, viele Inhaltsstoffe unverändert erhalten.
Man kann Seifen aber auch im Heißverfahren herstellen, indem man den Prozess wie beim Kaltverfahren startet, dann aber nachdem die Seife das Puddingstadium erreicht hat, diese in den warmen Backofen stellt und bei ca. 80°C über einige Stunden verseifen lässt. Anschließend gibt man dann alle übrigen Zusätze wie ätherische Öle, Duftöle, Peelingsubstanzen und überfettende Öle hinzu. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass man weniger Duftöel oder ätherische Öle benötigt, außerdem ist die Seife im Anschluss gleich verwendbar. Sie braucht also nicht mehrere Wochen getrocknet werden. Was ich aber als größten Nachteil empfinde, ist, dass ich die Seife nicht so schön marmorieren kann. Denn Seife, die sich in der Gelphase befindet lässt sich ganz schwer in die Form bringen. Man kann sie nicht gießen, sondern man schaufelt sie eher. Außerdem muss man schnell arbeiten, denn sobald sie an der Luft abkühlt, nimmt sie eine ganz komische Konsitenz an und lässt sich nur noch ganz schwer ohne Luftblasen in die Form bringen. Deshalb verwende ich das Verfahren nur, wenn ich z.B. mit sehr viel Honig arbeite. Seifen mit viel Honig kann man nicht im Kaltverfahren herstellen, die würden sich zu sehr aufheizen und wieder in Öl und Lauge trennen.

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Reifezeit:

Jede kaltgerührte  Seife braucht etwa 4-6 Wochen Zeit zum “Reifen”. In dieser Zeit verliert sie überschüssige Feuchtigkeit, sie wird trockener und fester. Außerdem wird der Verseifungsprozess noch abgeschlossen, denn nicht alles Fett und Lauge hat im Topf miteinander reagiert. Man merkt das auch sofort, wenn man sich mal mit einer zu  frischen Seife wäscht [wenn ich es vor lauter Neugier nicht ausgehalten habe :-)], denn dann juckt sie noch auf der Haut.

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Überfetten:

Jedes Öl und Fett braucht eine bestimmte Menge Natriumhydroxid um vollständig verseift zu werden. Damit die kreative Seifensiederin sich aber voll und ganz auf die Seife konzentrieren kann und sich nicht mit umständlichen Rechnereien aufhält, gibt es für diese Berechnungen Gott sei Dank Verseifungstabellen.
Da Seifen ohne unverseifte Öle zu aggressiv zur Haut sind [schaut euch die industriellen Seifen an, einmal damit duschen und man verzichtet freiwillig], verfeinert man Naturseifen noch zusätzlich, indem man wertvolle Öle zum Überfetten einsetzt. Diese werden ganz zum Schluss, wenn die Seifenmasse andickt und ein Großteil der Ölmischung verseift ist, zugegeben.
Wenn man also sagt, eine Seife wäre z.B. mit 6% Sheabutter überfettet, dann liegen in der fertigen Seife 6% des Öles in unverseifter Form vor und dies spüren wir als Rückfettung auf der Haut. Das mit den 6% ist natürlich nur in der Theorie so, denn zu dem Zeitpunkt, an dem man das überfettende Öl der Seifenmasse zugibt, ist natürlich noch nicht alle Lauge verseift. Dies würde man nur dann erreichen, wenn man die Seife im
Heißverfahren herstellt. Aber da man da die Seife so schlecht marmorieren kann, stelle ich meine Seifen im Kaltverfahren her und muss halt damit leben, dass meine 6% Überfettung nicht nur aus Sheabutter bestehen, sondern auch aus einem kleinen Teil des Ölgemisches.
Es gibt noch eine zweite Art der Überfettung. Man kann z.B. 6% weniger Natriumhydroxid einsetzen. Dann überfettet man die Seife halt nicht mit einem bestimmten Öl sondern mit der nicht umgesetzten Ölmischung.
Am Angenehmsten auf der Haut sind Seifen mit 3-8 % Überfettung. Ist die Seife zu wenig überfettet, hat man schnell das Gefühl, dass alles Hautfett mit abgewaschen wird. Wird die Seife zu stark überfettet, kann sie unter Umständen je nachdem welches Fett eingesetzt wurde, leichter ranzig werden.

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Gelphase:

Unter Gelphase versteht man das Seifenstadium, dass sich durch sein gelartiges durchsichtiges Aussehen auszeichnet. Ob die Seife nun die Gelphase braucht oder nicht, ist etwas umstritten. Fakt ist, dass Seife ohne Gelphase genauso gut ist wie mit Gelphase, sie braucht vielleicht nur ein bischen länger zum Trocknen.
Man kann die Gelphase bewusst unterdrücken, indem man die Seife an einen kühlen Ort stellt oder sie nicht mit einer Decke isoliert. Das empfiehlt sich besonders bei Milchseifen, Seifen mit Zucker, Seide oder Honig, denn diese Seifen erhitzen sich von allein schon sehr stark und würden bei sehr hoher Wärmeentwicklung [wenn man Pech hat] sich wieder in Ölmischung und Lauge trennen. Das kleinere Übel wäre dann nur die damit einhergehende Braunfärbung, die durch die Karamelisierung des Zuckers entsteht.

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Mazerat:

Mazerate sind Pflanzenauszüge in Öl. Um wertvolle Inhaltsstoffe von den verschiedensten Heilkräutern zu gewinnen, werden diese in Öl “eingelegt” [meistens Olivenöl] und für mindestens 4-6 Wochen in die Sonne gestellt. Ich verwende diese Ölauszüge zum Überfetten meiner Seifen. Unter anderem verfeinere ich sie mit viel Johanniskrautöl, Kamillenöl und Ringelblumenöl.

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Ölgewinnung/Raffination:

Es gibt 3 verschiedene Arten der Pflanzenölgewinnung, die Kaltpressung, die Warmpressung und die Extraktion. In aufsteigender Reihenfolge nimmt zwar die Ölausbeute zu [von 15-50% bei der Kaltpressung, 85% bei der Warmpressung und bis zu 99% bei der Extraktion], es nimmt aber auch die Verunreinigung der gewonnenen Öle zu. Bei der Warmpressung entstehen durch das Erhitzen chemische Verbindungen im Öl, die zum Teil gesundheitsschädlich und ungenießbar sind. Bei der Extraktion, wo das Öl mit Hilfe von Lösungsmitteln wie Leichtbenzin oder Hexanen aus den Pflanzen herausgeholt wird, bleiben trotz anschließender Destillation immer noch Rückstände dieser Lösungsmittel im Öl zurück. Mit Hilfe der Raffination wird dieses Rohöl genießbar gemacht, es wird “veredelt” und zwar mit verschiedenen chemischen Substanzen wie Säuren und Laugen ebenso wie hohe Temperaturen und Druck [klingt alles nicht so berauschend, oder?]
Heutzutage werden die meisten unserer Speiseöle durch Warmpressung oder Extraktion gewonnen, leider! Ihr erkennt diese Öle daran, dass sie geruchs- und geschmacksneutral sind, außerdem sind sie fast alle goldgelb, schmecken ähnlich und haben auch die gleiche Konsistenz [also eigentlich alle Öle, die man so in den Supermärkten findet]. Der große Vorteil für die Industrie ist, dass raffinierte Öle/Fette hocherhitzbar sind, außerdem eine sehr lange Haltbarkeit aufweisen und zudem billig sind. Das einzige Öl, wo laut EU-Richtlinie Raffination verboten ist, ist Olivenöl. [Das schmeckt man aber auch sofort.]
Ich versuche wenigstens zum Überfetten der Seife kaltgepresste Öle zu verwenden [z.B. Kakaobutter, Sheabutter, Avocadoöl und Pflanzenauszüge in Olivenöl]. Ein großer Vorteil dieser Öle ist, dass sie noch viele Fettbegleitstoffe enthalten, die nicht mit verseift werden können [da sie eben keine Fette sind]. Gerade diese Begleitstoffe machen die Öle so wertvoll, denn sie wirken u.a. als “Radikalfänger”, regenerieren die Haut, fördern die Durchblutung, wirken juckreizlindernd, heilend [schmerzlindernd und entzündungshemmend], machen die Haut weich und geschmeidig und, und, und... Also ihr seht, das sind schon kleine Wundersubstanzen, diese Fettbegleitstoffe.

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Allergien:

Immer mehr Menschen leiden heutzutage unter Allergien, die auch durch verschiedenste Riechstoffe hervorgerufen werden [etwa 1,6 Mio Deutsche reagieren mittlerweile schon auf Parfümstoffe allergisch]. Auch wenn man hochwertige ätherische Öle für die Seifenherstellung verwendet, kann man nicht auschließen, dass sie von allen Menschen vertragen werden. Zum Beispiel besitzen Nelkenöl, Zimtöl, und Ingweröl ein allergenes Potential.
Ich möchte gerade aus diesem Grund auch Seife anbieten, die ohne zusätzliche Duftstoffe auskommt und trotzdem gut riecht. Dies erreiche ich z.B. durch starke Teeaufgüsse, Säfte wie Karotte- oder Gurkensaft oder auch mit ganz viel Honig.

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Ätherische Öle/Duftöle:

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Seifenzusammensetzung:

Ich wollte kurz noch etwas zur prozentualen Zusammensetzung der Seifen sagen, da es da sicher schnell Missverständnisse gibt.
Eine einfache kaltgerührte Seife ohne weitere Zusätze besteht zu ca. 70% aus Ölen und Fetten, zu 20% aus Wasser [oder einer anderen Flüssigkeit] und zu ca. 10% aus Natriumhydroxid. Das bezieht sich jetzt natürlich auf eine frische Seife, eine die schon lange getrocknet ist, hat einen wesentlich geringeren Wasseranteil [ich glaube, ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Seife bis zu 80% ihres Wassers verliert].
Wenn ich also schreibe, eine Seife würde z.B. zu 50% aus Olivenöl bestehen, dann ist das nicht ganz korrekt, denn nur 50% der Öle/Fette sind dann Olivenöl. Genauso verhält es sich auch mit der Überfettung oder mit dem Flüssigkeitsanteil. Ich hoffe, ihr verzeiht mir diese kleine Trickserei, aber anders kann man die Mengenanteile nicht angeben, weil wie gesagt noch viel Flüssigkeit beim Trocknen aus der Seife verschwindet.

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